Dienstag, März 22, 2005

jake

jacob dove basker wurde 1970 in der bronx geboren, lebte aber die meiste zeit in seattle, bis er 1990 nach hamburg kam, um amerika im golfkrieg aus einer anderen perspektive zu betrachten. er lebte zunächst einen henry-miller-style mit 500 dollar und seinem exotischen charme, der ihn locker die ersten sechs monate über wasser hielt.
dann entdeckte er die hochschule für bildende künste in hamburg und darf sich seit einigen jahren als staatlich geprüfter diplom-künstler auf dem freien markt verdingen, was ihm u. a. einen job als grafik-nutte einbrachte, denn jake ist als comiczeichner, als tätowierer, als trickfilmzeichner, als niceguy und wiseguy eine talentierte schindmähre auf vielen gebieten.
doch musik zieht sich wie ein roter faden durch sein leben, so machte die agentur redesign deutschland aus jake eine kampagne, einen veritablen posterboy in rühmlicher mission – der superstar sucht deutschland, den frieden (drop beats, not bombs), die nächstenliebe und einen verdammten plattenvertrag. letzteren fand er dann nicht in hamburgcityrules, sondern bei uns im schönen düsseldorf bei, wie könnte es anders sein, combination records.

jake ist genau dieser gewisse typ künstler. ein kuschliger, robuster harleyfahrer-grizzlybär mit der ausstrahlung eines scheinwerfers, dem timbre eines märchenonkels und der präsenz eines wagner-epos’. wenn man den gerüchten glauben schenkt. keine garantien also, auch nicht für sein pseudonym jake the rapper. denn so furchtbar ist seine künstlerische aktivität nun wirklich nicht.
vielmehr handelt es sich um den gegenentwurf zur globalisierung des raps nach amerikanischem muster, zur pimpiesierung durch all die snoobs, daddys oder pharrells.

also: um die opposition des amerikanischen mainstreams im geiste der beastie boys. jake rappt nicht nur, er elektroschockt, er breakt und tanzt und querstylt. er mischt ein maß energie mit zwei maß unterhaltung, was in der summe ein faß voll charme ergibt. der süße keks der zugabe wird vom einverständnis der menge gebacken.

der captain himself hatte sogar schon das vergnügen einer privatshow....indem er gegenüber jake’s gemächern auf einem balkon (etwa um 3 uhr nachts) stellung bezog, sollte er bald eine livesession um die ohren geblasen bekommen, die ihn nur noch mit offenen mund in die laue sommernacht entließ.

tools:
links: jakelovesyou | combination records
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